Wie bereits gesagt, wollten wir die bestehenden Frischwasserleitungen nicht behalten. Also wurden erst einmal einige Meter neue Kalt- und Warmwasserschläuche im Campingfachhandel bestellt. Dazu auch neue Verteiler, Verbinder, Absperrhähne und was man sonst noch so benötigt, um eine Frischwasserinstallation in einem WoMo vorzunehmen.

Nachdem alle Teile eingetroffen waren wurden die alten Frischwasserleitungen entfernt. Geblieben, weil noch zu reinigen, sind nur die Druckpumpe und der Tank mit Einfüllstutzen, aber auch da hat Katja einige Stunden geschrubbt, bis alles wieder sauber war. 

Da die alte Küche (siehe Bild), bestehend aus Koch- und Spüleinheit und Absorberkühlschrank, auch ihr Ende finden sollte, da nicht mehr wirklich sauber zu bekommen, entschieden wir diese gleich auszubauen, um so die neue Wasserinstallation ungehindert einbauen zu können. Schon im Wohnwagen waren wir auf eine Kompressorkühlbox umgestiegen, da die Kühlleistung besser ist und wir zudem festgestellt hatten, dass die selbst im Hochsommer mit sehr wenig Strom auskommt. In einem Test hatten wir die Box mit einem mobilen Solarakku mit 216 Ah ohne Nachladen eine Woche im Hochsommer auf Stellplätzen ohne wirksame Abschattung durchgehend mit normaler Nutzung betrieben. Am Ende war der Akku bei einer Restkapazität von 20% und mit dem dazugehörigen mobilen Solarpanel in sechs Stunden wieder auf 100%. 

Zusammen mit der Küchenecke wurde natürlich auch die schon erwähnte Abwasserinstallation, die unter dem Boden verlief, entfernt. Nachdem nun alles ausgebaut war, ging es an den Neuaufbau. Da der Frischwassertank auf der rechten Fahrzeugseite sitzt und die Küche und die Nasszelle auf der linken, verlief die alte Frischwasserleitung durch den Boden. Also zog ich mit der alten Leitung eine Schnur durch den Boden und mit der anschließend die neue in den Boden ein. Unter die Spüle kamen dann die Verteiler für Warm- und Kaltwasser und von dort Leitungen zur Spüle, zum Waschbecken in der Nasszelle und zum Boiler und von dort die Warmwasserleitungen zurück zum Warmwasserverteiler.

Nachdem nun die neuen Leitungen gezogen waren konnte der Wiederaufbau der Küche folgen. Da nun kein Kühlschrank mehr in der Küche war – die Kühlbox fand ihren Platz im Heck über den Hundeboxen, doch dazu später – musste der Rahmen neu aufgebaut werden und neue Türen mussten auch her. Da in der alten Anordnung die Spüle über dem Landstromanschluss und dem Sicherungskasten war, was mir eher nicht gefiel, beschlossen wir Kochfeld und Spüle zu tauschen, zumal auch der Gasverteiler auf der Seite montiert war und die Gasleitung ohnehin neu verlegt werden musste. Also gingen wir auf die Suche nach einer Spüle und einem 2-flammigen Gaskochfeld mit 50mbar. Für Katja war schnell klar, dass es eine anthrazitfarbene Granitspüle sein sollte. Von daher sollte das Gaskochfeld auch anthrazit oder schwarz sein. Ein passendes Stück Arbeitsplatte in 63,5 cm Tiefe hatten wir noch vom Umbau im Obergeschoss unseres Hauses. Nachdem beide Teile bestellt und letztlich auch geliefert waren konnte der Einbau beginnen. 

Der Anschluss des Kochfelds gestaltete sich noch ein wenig schwierig, da der Gasanschluss nicht dem sonst üblichen Standard entsprach und deshalb ein Adapterstück eingepasst werden musste. Diesen Übergang dicht zu bekommen gelang nicht beim ersten Mal und so hatte sich der Anschluss bei unserer ersten Tour dann auch durch die Bewegungen des Fahrzeugs gelockert und Gas konnte austreten. Zum Glück haben wir dies gleich am Geruch bemerkt, als ich die Schranktür öffnete und das Absperrventil öffnete. Also wurde die Verschraubung mit frischen Schneidringen neu gemacht, die Kochmulde nochmals neu in der Arbeitsplatte verankert um Bewegungen an der Leitung zu verhindern, eine Dichtigkeitsprüfung bei einer Caravan-Werkstatt durchgeführt und seit dem ist die Anlage tatsächlich dicht. Dazu muss ich noch anmerken, dass sich manche Caravan-Werkstätten sehr unkooperativ zeigten, als ich mit dem Wunsch kam die Anlage zu testen, weil ich die Reparatur nicht bei ihnen hatte durchführen lassen, obwohl sie mir keine kurzfristigen Reparaturtermin anbieten konnten, da es ja quasi eine Notfallreparatur war. Erst die dritte oder vierte Werkstatt, die ich angefragt habe, und die von zwei passionierten Selbstausbauern geleitet wurde, war bereit mir sofort zu helfen. Einer der beiden Inhaber schaute sich auch die von mir vorgenommene Reparatur auch noch an, um sicher zugehen, dass die Verschraubung für die Zukunft hält. Leider weiß ich nicht mehr welche Werkstatt das war, aber vielleicht entdeckt der liebe Mensch ja diesen Blog und erinnert sich an unser WoMo. Wenn dem so ist, dann nochmals ganz herzlichen Dank, ihr habt unsere Urlaubstour gerettet.

Das WoMo sollte in jedem Fall wintertauglich sein, meine Kunden erwarten ja nicht nur im Sommer meinen Besuch, also musste die neue Abwasserinstallation innen liegen. Da wir nun schon einen normale Spüle hatten, wie sie auch im Haus verbaut wird, entschied ich mich für eine Abwasserinstallation mit Standardleitungen DN32, die ich im Innern von der Küche zur Nasszelle und weiter in den hinteren Stauraum und dann durch den Boden in den Grauwassertank verlegte. Letzterer ist mir übrigens noch nie eingefroren und wenn doch die Temperaturen mal tief genug sind, dann kommt halt vor dem Entleeren einfach einiges an heißem Wasser in den Tank.

Der nächste Einsatzort war die Nasszelle. Hier sollte die vorhandene Kassettentoilette, auch als Chemieklo bekannt, für eine TTT, eine Trockentrenntoilette, weichen, wobei es möglich sein sollte, die Entleerung durch die vorhandene Kassettenklappe vorzunehmen. Außerdem wurde auch das teils gebrochene Plastikinterieur samt Waschbecken entfernt und durch einen kleinen Waschtisch mit aufgesetztem Waschbecken ersetzt. Geruchsverschluss und Wasserleitungen wurden in einem 10x10 cm Installationskanal verborgen, durch den später auch die neue 12V Installation verlaufen sollte.