Vor einiger Zeit war ich mit der Reisenden auf dem Recyclinghof, um einigen Elektroschrott abzugeben und bin dabei über die Waage gefahren. Und was soll ich sagen, sie war, weitestgehend reisefertig gepackt, schon nahe am zulässigen Gesamtgewicht von 2,81 t. Und das obwohl ich ja z.B. den schweren Gurtbock für die hinteren Sitze ausgebaut hatte. Also habe ich mir mal die Gewichte der Umbauten vorgenommen. Die neue Tellerfederung im Bett wiegt im Vergleich zu den Latten, die vorher einen Lattenrost darstellen sollten, kaum mehr, so dass ich diese außer Acht lasse. Die Einbauten im Heck mit ca. 20 kg lassen sich ohne Stabilitätsverlust kaum leichter bauen. ggf. könnte ich die Trennwände der Fächer aus dünnerem und leichterem Material machen. Die großen Posten finden sich an anderen Stellen.
Heftig zu Buche schlägt der Boden aus Vinyl-Fliesen. Durch das hohe Gewicht der 4 mm dicken Vinylfliesen von 1,54 kg je Fliese von 30 x 60 cm, kommt allein der Boden im Wohnbereich auf ca. 30 kg. Im Vergleich zu einem PVC Boden in Meterware sind das auf der Fläche ca. 20 kg mehr. Der muss also wieder heraus samt dem darunter befindlichen alten PVC Belag. Wenn beides entfernt ist, lässt sich dann auch der Zustand des Bodens beurteilen und etwaige Schwachstellen lassen sich identifizieren und ausbessern.
Die alte Aufbaubatterie, ein 65 Ah Bleiakku, der vorne im Motorraum sitzt und nur noch für die Stromversorgung der Heizungszündung und das 12V Trumavent-Gebläse benötigt wurde, bringt ca. 17 kg auf die Waage. Da wir inzwischen 200Ah LiFePo4 an Bord haben, die problemlos den Truma-Lüfter auch noch mit versorgen können, ist dieses Gewicht überflüssig, zumal der Akku auch von seiner Leistung am Ende seines Lebens ist.
Der dritte gewichtige Punkt ist die alte Elektrozentrale. Da die Elektrik von den Vorbesitzern schon verbastelt war und in keinster Weise mehr den Schaltplänen entsprach, hatte ich die ja schon zu Beginn stillgelegt aber noch nicht ausgebaut. Als ich sie nun endlich losgeschraubt hatte, stellte ich fest, dass sie mindestens auch noch einmal 12-15 kg zum Gesamtgewicht beiträgt. Dagegen nimmt sich der neue 230V AC zu 12 V DC Anschluss mit Ladebooster für die Bordakkus mit zusammen 1 kg wie ein Leichtgewicht aus. Ersparnis konservativ gerechnet 11 kg.
Mit diesen Änderungen kommen wir schon auf eine Gewichtsreduktion von 48 kg.
Ein weiterer beachtlicher Posten ist die Gasversorgung. Als ich mich an die Pläne zur Gewichtsreduktion machte, hatte ich natürlich auch die beiden 11kg Gasflaschen im Visier. Einmal gäbe es die Option, sie gegen Alu-Gasflaschen zu tauschen. Die kann man aber nicht überall tauschen und speziell im Ausland kann es dann passieren, dass man doch eine Stahlflasche einsetzen und zusätzlich die leere Aluflasche noch irgendwo verstauen muss. Die andere Option war die Flaschen gegen einen Gastank zu tauschen, der an jeder Autogas-Tankstelle aufgefüllt werden kann. Damit sollte man auch auf längeren Touren nie in eine Gasmangelsituation kommen, da man ja nicht erst tanken kann, wenn der Tank (fast) leer ist, sondern ihn immer, wenn sich die Gelegenheit bietet, wieder auffüllen kann. Für ein kleines Wohnmobil wie das unsere bietet sich der Einsatz eines CAMPKO Kompositgastanks für den Festeinbau mit Befüll- und Entnahmeanschluss an. Zweimal 10,4 kg Leergewicht plus 22 kg Gas, zusammen also 42,8 kg werden ersetzt durch diesen fest eingebauten Gastank. Der Tank mit 5,5 kg plus Halterung ca. 0,5 kg plus Füllung ca. 10 kg kommt dann auf 16 kg, was eine Einsparung von 26,8 kg ergibt.
Zusammen mit den 48 kg Gewichtsreduktion durch den Boden und die alte Bordelektrik sind das schließlich ca. 75 kg. Zusätzlich lässt sich sicher noch das eine oder andere kg durch die Entsorgung einiger Dinge einsparen, die sich als nicht erforderlich gezeigt haben, weil sie noch nie benutzt wurden. Am Ende wird es die Waage zeigen, was an Gewichtsreduktion bei der ganzen Aktion herausgekommen ist.
Mit beigetragen zu diesem Entschluss hat unsere Trumatic S3002K. Diese darf aufgrund ihres Alters von 30 Jahren nicht mehr im Fahrzeug betrieben werden, da sonst die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erlischt. Mit dem Baujahr 1995, in dem die S3002K erstmalig in Betrieb genommen wurde, fällt sie genau in den Zeitraum von 1993 bis 2005, für den diese Heizungen nur die 30 Jahre Betriebsgenehmigung haben. Es ist zwar technisch nicht nachvollziehbar, dass ältere Heizungen im Originaleinbauzustand Bestandsschutz genießen, aber die Heizungen des genannten Zeitraums ein Verkehrssicherheitsrisiko darstellen sollen und deshalb ausgetauscht werden müssen. Nun denn, da die neuere S3004, die als Ersatz dienen soll, nur noch mit 30 mbar betrieben werden kann, muss ich ohnehin auf 30 mbar umrüsten und dann ist der gesamte Umbau unter zusätzlicher Berücksichtigung der Gewichtseinsparung sinnvoll.
Die Umbauten sollen jetzt bis zum Jahreswechsel erfolgen und ich werde davon berichten.
