Nachdem jetzt einige Zeit kein neuer Beitrag kam, da ich fleißig am Werkeln war in der Reisenden, hier ein erstes Update zum neuen Bodenbelag. Wie ich ja in Teil 13: Die Reisende muss abspecken – Revisited schon erwähnt hatte, war der Boden auch einer der Punkte, die uns an die Grenze zum zulässigen Gesamtgewicht gebracht haben. Als wir den verlegt haben, hatten wir daran nicht gedacht, zumal wir zuvor in unserem Wohnwagen auch bereits so einen Boden verlegt hatten und reisefertig auf 1230 kg kamen bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 1500 kg. Aber nun ist der Click-Vinyl raus und in mühsamer Kleinarbeit habe ich auch den alten PVC-Belag, der noch darunter lag, abgeschabt, um eventuelle Schäden am Bodenaufbau auch gleich zu reparieren.
Das wichtigste Werkzeug beim Entfernen des Bodens war mein Fein Tool mit Schaberklinge. Ohne dieses Tool hätte ich vermutlich mehr als die ca. 8 Stunden damit verbracht, den alten PVC komplett zu entfernen außer unter den Schränken und in der Nasszelle. Bei letzterer hatte ich den Boden ja komplett erneuert, als ich sie saniert und die neue TTT eingebaut hatte. Aber beginnen wir von vorne.
Zunächst habe ich den Click-Vinyl Boden komplett entfernt. Dazu musste ich die Dinette zerlegen und ausbauen. Dann konnte ich bis auf den Bereich vor der Tür die Vinyl-Platten hochnehmen. Im Bereich vor der Tür hatte ich sie auf dem PVC verklebt, damit keine Feuchtigkeit darunter ziehen sollte, wenn wir mal mit nassen Schuhen ins WoMo kommen. Bei Hochnehmen der Platten zeigte sich allerdings, dass doch Feuchtigkeit zwischen dem Click-Vinyl und dem darunter noch befindlichen PVC-Boden war. Ob die Feuchtigkeit von Kondensation oder durch darunter gelaufenes Wasser kam, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.
Es zeigt jedenfalls, dass man beim Verlegen des Bodens sorgsam darauf achten muss, dass keine Feuchtigkeit unter den Bodenbelag ziehen kann. Diese trocknet nur sehr schlecht wieder aus und kann zu diversen Problemen führen, angefangen bei Schimmelbildung bis hin zu kompletten Verrotten des darunter befindlichen Bodenaufbaus. Insbesondere wenn man wie wir ein älteres Fahrzeug hat, bei dem noch Styropor statt moderner geschlossenporiger Dämmstoffe verwendet wurde, wird ein Eindringen von Feuchtigkeit in Boden oder Wände fast immer zu einem größeren Problem, da Styropor als offenporiger Dämmstoff aufgrund des Kapillareffekts eine Ausbreitung der Feuchtigkeit fördert, wodurch anfänglich lokal begrenzte Schäden schnell zu einem größeren Sanierungsbedarf führen. Darum jetzt auch der Entschluss nicht nur die Vinyl-Fliesen zu entfernen sondern auch den alten darunter befindlichen PVC-Belag, um den Zustand des Bodens beurteilen zu können. Nachdem ich so den ganzen Boden abgeschabt hatte, habe ich die Kleberreste noch mit Kleberlöser entfernt. Den verwendeten Kleberentferner habe ich teilweise 24 Stunden einwirken lassen, um den Kleber zu lösen.
Von der Montage der neuen Einstiegstreppe wusste ich schon, dass im Bereich der Tür einiges Holz morsch war und ersetzt werden musste, aber nicht, dass die Schäden bereits bis zu 20 cm nach innen gedrungen waren. Tatsächlich haben sich die Schrauben für die Treppe ziemlich in das Holz, falls man es noch als solches bezeichnen kann, hineingezogen durch die Belastung beim Ein- und Aussteigen. Also habe ich das morsche Holz beim Entfernen des Bodens gleich mit ausgesägt. Letztendlich ist jetzt aber klar, dass die Schäden tatsächlich nur im Bereich der Tür vorhanden sind. Lediglich am Anschluss des Aufbaus an das Führerhaus auf der rechten Fahrzeugseite hat es wohl einmal einen nicht richtig sanierten Wasserschaden gegeben, wie sich beim Ausbau der Dinette jetzt gezeigt hat. Allerdings ist der Bereich jetzt trocken, nachdem auch nach der Neulackierung die Armaflex-Dichtstreifen zwischen Führerhaus und Aufbau erneuert wurden.
Für das Auffüllen der Löcher in der obersten Schicht des Bodenaufbaus (siehe Bild links) habe ich Ponal "Flüssigholz" verwendet. Dies ist eine Zweikomponten Kunstharz-Spachtelmasse, die sich wie Holz bearbeiten lässt, extrem gut aushärtet und dann hohe Widerstandskraft hat. Im Bild sieht man zwei Schrauben der Treppenaufhängung rechts. Wie sich gezeigt hat saß die Schraube im Bild links in einem Bereich wo zwischen oberer und unterer Sperrholzplatte Styropor war während die rechte in der bereits durch einen neuen Hartholzeinsatz stabilisierte Türschwelle sitzt, sich aber durch die obere Sperrholzplatte nach unten gezogen hat. Für die Stabilität der Treppe ist aber die linke Schraube gar nicht relevant, weshalb sie nach der Reparatur des Bodens entfällt.
Um die Treppenaufhängung zu stabilisieren, habe ich den morschen Teil der Sperrholzplatte ausgesägt, Das Loch für die linke Schraube verschlossen und die Schraube rechts im Bild soweit herausgedreht, dass sie eben mit dem umgebenden Boden ist. Dann habe ich unter der Schraube das Ponal Flüssigholz eingebracht und aushärten lassen. Am nächsten Tag konnte ich die Mutter unter dem Boden wieder fest anziehen, ohne dass die Schraube sich wieder nach unter gezogen hat. Von daher kann ich dieses Material zur Reparatur solcher Schäden im Holz auf jeden Fall empfehlen. Es lässt sich ganz normal wie Holz schleifen, sägen und behandeln, womit wir beim nächsten Arbeitsgang wären. Alle schadhaften Stellen im der oberen Sperrholzplatte werden als nächstes mit Holzspachtelmasse verspachtelt und anschließend der gesamte Boden noch geschliffen, bevor der neue PVC-Belag verklebt wird. Zum Abschluss werden dann noch alle Ränder abgedichtet und dann kann der Wiedereinbau des Wassertanks und der Dinette erfolgen. Dazu aber mehr in der nächsten Folge.

